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Werkzeugbau im Wandel

: ams.Solution


Der europäische Werkzeugbau kommt zunehmend unter Druck. Wer sich an der Spitze des Wettbewerbs halten will, muss seinen Kunden zusätzliche Mehrwerte verschaffen. Doch um attraktive neue Angebote entwickeln zu können, müssen sich die Unternehmen flexibler aufstellen. Das Auftragsmanagementsystem ams.erp bietet die Best Practices, um den Wandel erfolgreich zu gestalten.

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Der Werkzeugbau steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen: Zum einen holen immer mehr Industriekonzerne die Werkzeugfertigung zurück ins eigene Unternehmen. Zum anderen kommt der asiatische Wettbewerb deutlich schneller als erwartet mit konkurrenzfähigen Produkten an den Markt.

Der Werkzeugbau steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen: Zum einen...

Der hierzulande stark mittelständisch geprägte Werkzeugbau gerät gleich von zwei Seiten unter Druck. Zum einen holen immer mehr Industriekonzerne die Werkzeugfertigung zurück ins eigene Unternehmen, zum anderen kommt der asiatische Wettbewerb deutlich schneller als erwartet mit konkurrenzfähigen Produkten an den Markt.

Aufbau neuer Kompetenzen

Um den bereits jetzt deutlich spürbaren Nachfragerückgang zu kompensieren, müssen die Unternehmen ihr Portfolio erweitern. Eine erste Entlastung bringt der Ausbau der Lohnfertigung. Doch um den Werkzeugbau als Kernkompetenz aufrechtzuerhalten, ist weit mehr erforderlich: Die Unternehmen müssen Wege finden, wie sie ihren Industriekunden einen Zusatznutzen bringen, mit dem sie, die Werkzeugbauer, sich wieder zurück an die Spitze des Wettbewerbs stellen.

Zukünftig werden sie deshalb das rein projektspezifische Vorgehen deutlich erweitern müssen. Denn um auch eine Teileproduktion stemmen zu können, müssen sie das Know-how und die Fähigkeiten eines Rahmenkontrakt-Fertigers aufbauen. Mehr denn je gilt es, sämtliche Unternehmensabläufe in einer durchgängigen Geschäftssoftware zu vernetzen. Nur dann wird es möglich, alle technischen und betriebswirtschaftlichen Informationen so zu steuern, dass der Werkzeugbau und die anschließende Teilefertigung wirtschaftlich ineinandergreifen.

Projektmanagement mit zahlreichen Unbekannten

In ihrem
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Projektmanagement im Werkzeug- und Formenbau mit ams.erp: Kapazitäten unmittelbar nach Bestelleingang verlässlich planen / Budgetabweichungen frühzeitig erkennen / integriertes Unternehmens-Controlling.

Projektmanagement im Werkzeug- und Formenbau mit ams.erp: Kapazitäten unmittelbar...

Stammgeschäft haben es Werkzeugbauer in der Regel mit Projektlaufzeiten von 12 bis 24 Wochen zu tun. Als Industrieausrüster muss sich der Werkzeugbau nahtlos in die Entwicklungs- und Produktionszyklen der Kunden einfügen. Daher stellen die Terminvorgaben unverrückbare Endtermine dar. Für den Projekterfolg ist es somit essentiell, über eine treffsichere Planung zu verfügen, die sich fortwährend mit dem tatsächlichen Auftragsverlauf synchronisieren lässt.

Doch worauf können Werkzeugbauer ihre Planung stützen? Im Gegensatz zu Serienfertigern liegen ihnen zum Projektstart weder Stücklisten noch Arbeitspläne vor, aus denen sich ein belastbarer Terminplan ableiten ließe. Gerade zu Auftragsbeginn ist die Wissenslage noch außerordentlich dünn. In der Regel läuft die eigentliche Produktentwicklung parallel zum Werkzeugbau. Genauere Spezifikationen und Zeichnungsdaten der mit den Werkzeugen zu fertigenden Teile treffen erst nach und nach ein.

Um trotz dieser eingeschränkten Sicht zu aussagekräftigen Prognosen zu kommen, brauchen Werkzeugbauer eine Grobplanung, die die zu erwartende Auslastungssituation aus den Angebotsdaten und den bereits eingelasteten Aufträgen errechnet. Eine solche Kapazitätsauswertung erfordert ein durchgängiges ERP-System, das die laufenden Daten aller Aufträge – auch der zu erwartenden Aufträge – zusammenführt.

Strategische Planung

Für die Aufgabe der Grobplanung bietet das von ams.Solution entwickelte Auftragsmanagementsystem ams.erp die Strategische Planung. Die Strategische Planung setzt auf Kapazitätssimulationen auf, mit denen der Vertrieb in der Angebotsphase überprüft, ob
sich die vom Kunden geforderten Liefertermine halten lassen. Zusätzlich zu den Angeboten geht auch die Kapazitätsbelastung der bereits laufenden Projekte in die Simulation ein. Auf Grundlage dieser Multiprojektsicht ermittelt die Grobplanung ein zeitliches Kapazitätsgebirge für jede einzelne Entwicklungs- und Produktionsressource des Werkzeugbauers. Da sich die Strategische Planung und das Auftragsmanagement fortwährend synchronisieren, lassen sich Engpässe und Überlast-Situationen frühzeitig erkennen. Auf diese Weise kann der Vertrieb bereits vor der Abgabe eines Angebots einschätzen, wie dieses sich auf die vorhandenen Kapazitäten auswirken wird.

Aus der Vorkalkulation des Vertriebs leitet die Strategische Planung die Basisdaten für den Ressourcenplan ab. Hierbei werden die bereits budgetierten Stunden als grob geplante Stunden den erforderlichen Ressourcen zugeordnet. Ausgehend von den Endterminen gehen zahlreiche weitere Eckdaten und Meilensteine in die Planung ein. Somit lassen sich für den gesamten Auftrag die Termine bestimmen, zu denen eine Baugruppe konstruiert oder ein Beschaffungsvorgang abgeschlossen sein muss, damit Fertigung, Versand und Montage termingetreu ablaufen können.

Mitlaufende Kalkulation

Eine weitere zentrale betriebswirtschaftliche Herausforderung ist das Auftrags- und Projektcontrolling. Zu jedem Zeitpunkt der lang laufenden Kundenaufträge müssen sich Werkzeugbauer darüber Klarheit verschaffen, inwiefern der Projektfortschritt noch ihrer Kalkulation entspricht. Angesichts der geringen Margen, die der Markt noch bietet, ist es extrem wichtig, selbst geringfügige Budgetabweichungen so frühzeitig wie möglich aufzudecken. Hierzu bietet ams.erp eine Kostenträgerrechnung, die fortlaufend mit den aktuellsten Auftragsdaten aktualisiert wird.

Das Projektcontrolling
nutzt die Daten der Zeitwirtschaft und der darin integrierten Betriebsdatenerfassung. Da die Meldungen online erfolgen, fließen sämtliche Personal- und Maschinenzeiten sowie Betriebsdaten umgehend in die Kapazitätsentlastung ein. Somit können Werkzeugbauer den Arbeitsfortschritt in Echtzeit ermitteln. Über die mitlaufende Kalkulation prüfen die Projektleiter, ob ihre Projekte noch im Zeit- und Budgetplan liegen.

Zusätzlich zu den Bedienzeiten interessieren sich Werkzeugbauer aber auch für die präzise Erfassung der mannlosen Maschinenlaufzeiten. Für diese Aufgabe erlaubt die Zeitwirtschaft von ams.erp das Umschalten von der Arbeits- auf die Maschinenzeiterfassung.

Der Weg zur Lohnfertigung

Darüber hinaus lassen sich die Betriebsdaten und Zeiten auch auftragsübergreifend auswerten, so dass sich beispielsweise feststellen lässt, welcher Arbeitsgang im Schnitt welche Zeiten und Kosten verursacht. Nicht zuletzt hilft dieses Wissen den Unternehmen, marktfähige Angebote für den Bereich der Lohnfertigung zu erstellen, mit dem sie ihren vorhandenen Maschinenpark besser auslasten und einen Teil der wegbrechenden Werkzeugbauaufträge kompensieren können.

Das Auftragsmanagementsystem ams.erp unterstützt diese Portfolioerweiterung bereits im Angebotswesen. Wie in einer Art Cockpit lassen sich Aufträge mit Bezug zu den Kundennummern anlegen, technisch spezifizieren, verbal beschreiben und bepreisen. Jedes spezifizierte Angebot dient gleichzeitig als Kopiervorlage für den Fertigungsauftrag.

Das Cockpit macht sich ein Spezifikum der Lohnfertigung zunutze: Da Lohnfertiger vornehmlich Varianten fertigen, lassen sich deren Dienstleistungen und Produkte in einem Variantengenerator definieren. Dieser erlaubt es, die technische und preisliche Auslegung über eine vorstrukturierte Fragetechnik
zu beschreiben. Einen zusätzlichen Nutzen bringt der Generator dadurch, dass sich die Daten ähnlicher, bereits erstellter Angebote in neuen Angeboten replizieren und kundenspezifisch anpassen lassen. Auf diese Weise unterstützt das Auftragsmanagement die Wiederverwendung von Vorgehensweisen.

Integration der Teilefertigung

Ohne Zweifel stellt die Lohnfertigung ein wirksames Instrument dar, mit dem Werkzeugbauer den Nachfragerückgang abfedern können. Um den Werkzeugbau jedoch als Kernkompetenz zu erhalten, sind ganz andere Weichenstellungen erforderlich: Wer in den Hochlohnländern Deutschland, Österreich und Schweiz auch zukünftig noch Werkzeuge entwickeln und fertigen will, muss darüber nachdenken, wie er seinen Kunden strategische Wettbewerbsvorteile verschafft, welch die wachsende asiatische Konkurrenz auf absehbare Zeit nicht egalisieren kann.

Im technologischen Wettlauf um die Güte der Werkzeuge wird die Luft jedoch immer dünner. Weitaus nachhaltigeren Erfolg verspricht es, wenn die hiesigen Unternehmen einen Trumpf ausspielen, den nur sie in der Hand halten: die geografische und kulturelle Nähe zu ihren Auftraggebern. Diese Nähe befähigt sie zu Angeboten, die zusätzlich zum Bau der Werkzeuge auch deren Anwendung umfassen: Sobald sie die komplette Wertschöpfungskette inklusive der Teilefertigung abdecken, machen sich Werkzeugbauer wieder attraktiver für ihre Endkunden. Denn im Gegensatz zur aktuellen Situation, die stark durch das Inhousing des Werkzeugbaus geprägt ist, brauchen sich die OEMs dann nicht mehr mit der Auslegung und dem Einsatz der Werkzeuge zu beschäftigen. Indem sie die Bauteile von ihren Werkzeugbauern beziehen, können sich die Endgerätehersteller, allen voran die Unternehmen des Fahrzeugbaus, wieder stärker als auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren.

Für die Ablauforganisation des Werkzeugbauers führt das erweiterte Angebot zu einer tiefgreifenden Zäsur.
Wer zusätzlich zu den Werkzeugen auch die Teile produzieren will, muss sich vom kundenspezifischen Auftragsfertiger mit der Losgröße 1 zum Teilefertiger mit der Losgröße n entwickeln. Gefordert ist eine Lagervorratsfertigung, aus der sich die Abrufe bedienen lassen, die in den Rahmenkontrakten vereinbart sind. Genau wie im Werkzeugbau geschieht daher auch die Teilefertigung immer mit unmittelbarem Bezug zum Kundenauftrag. Vor diesem Hintergrund wird sich der Werkzeugbauer auch weiterhin eindeutig vom klassischen Serienfertiger unterscheiden.

Best Practices

Um passgenaue Angebote machen zu können, müssen die Unternehmen ihre Prozesskompetenz noch einmal deutlich ausbauen. Zusätzlich zum Know-how aus Werkzeugbau und Umformtechnik müssen sie sich die Fähigkeiten eines auftragsbezogenen Teilefertigers aneignen. Leitplanken für diesen Entwicklungsprozess bietet das Auftragsmanagementsystem ams.erp. Es macht die Best Practices verfügbar, die Anwenderunternehmen aus dem Werkzeugbau gemeinsam mit ams entwickelt haben. Die Lösung bietet erprobtes Prozesswissen dafür, wie sich Auftragsfertiger wieder zurück an die Spitze des internationalen Wettbewerbs setzen.

Der Werkzeugbau steht vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen: Zum einen holen immer mehr Industriekonzerne die Werkzeugfertigung zurück ins eigene Unternehmen. Zum anderen kommt der asiatische Wettbewerb deutlich schneller als erwartet mit konkurrenzfähigen Produkten an den Markt.
Projektmanagement im Werkzeug- und Formenbau mit ams.erp: Kapazitäten unmittelbar nach Bestelleingang verlässlich planen / Budgetabweichungen frühzeitig erkennen / integriertes Unternehmens-Controlling.


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