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Inline-Reinigung auf einem Quadratmeter

: AdunaTEC GmbH


Die Rundtaktreinigungsanlage Aduna R-Serie ist das Resultat der Zusammenarbeit der Daimler AG - Bereich Getriebebau - mit dem Reinigungsanlagenhersteller AdunaTEC GmbH. Platz ist in den Produktionshallen des Getriebebaus der Daimler AG rar. Aus diesem Grund war das Unternehmen auf der Suche nach einem Reinigungsanlagenhersteller, mit dem zusammen eine kompakte Anlage entwickelt werden konnte, die trotz geringer Größe die umfangreichen Anforderungen des Automobilherstellers erfüllt. Die Wahl der Projektverantwortlichen fiel auf das innovative Unternehmen AdunaTEC. Das Resultat der gemeinsamen Entwicklung ist die äußerst kompakte, energieeffiziente, vollautomatische Rundtaktreinigungsanlage Aduna R-Serie.

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Seit nunmehr 15 Monaten findet die Anlage Aduna R-Serie im Getriebebau der Daimler AG ihren Einsatz. Derzeit wird mit ihr noch in einer U-Zelle produziert. Hier ist sie einer großen Durchlaufreinigungsanlage nachgeschaltet und übernimmt die Feinreinigung in Form der Entfernung von Salzen und Konservierungsmittelresten.

Seit nunmehr 15 Monaten findet die Anlage Aduna R-Serie im Getriebebau der Daimler...

Die Anforderungen an die Prototyp-Anlage waren umfangreich. Der wichtigste Faktor war: klein muss sie sein. Ein Quadratmeter Grundfläche musste ausreichen, um die Werkstücke Hohlrad und Steg - stellvertretend für viele weitere rotationssymmetrische Teile - vor dem nächsten Arbeitsschritt, in diesem Fall Laserschweißen, gründlich zu reinigen. Eben dieser Nachfolgeprozess des Laserschweißens mit den damit verbundenen Reinheitsanforderungen im Bereich Fett- und Partikelfreiheit gab die Notwendigkeit mehrerer Reinigungsschritte vor. Eine Vier-Kammer-Anlage bestehend aus Zu- und Abführung, Reinigen, Spülen und Trocknen mit der Möglichkeit des Erweiterns entstand. Die Forderung Inline-Fähigkeit bei einer Taktzeit von um die 20 Sekunden - immer abhängig vom Werkstück und den individuellen Reinheitsanforderungen - musste ebenfalls bedacht werden. Eine weitere Forderung war die Energieeffizienz. Steigende Energiekosten und der Umweltschutzgedanke des Unternehmens Daimler AG wiesen den Weg, weg von der klassischen, energieintensiven Durchlaufreinigungsanlage hin zum Konzept der getakteten, energieeffizienten Einzelteilreinigung.

Viele Varianten durch modulare Bauweise

Die Forderung zur Größe der Anlage wurde umgesetzt, indem sie in zwei Module unterteilt wurde. Das Reinigungsmodul dient, mit einem Quadratmeter Grundfläche zzgl. der Aufnahme des Prozessbandes, dem eigentlichen Prozess und kann direkt auch in bereits bestehende Linien integriert werden. Das Versorgungsmodul mit 1,6 Quadratmetern Grundfläche bedient die Reinigungseinheit und kann bis zu 10 Meter entfernt, auch beispielsweise in einem anderen Stockwerk, platziert sein. Für die Reinigung der Werkstücke stehen unterschiedlichste Technologien zur Verfügung. Von der Spritzreinigung über die Möglichkeit
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des Druckflutens bis hin zu Ultraschallanwendung ist alles realisierbar – selbstverständlich immer abhängig vom Verschmutzungsgrad und den Reinheitsanforderungen der Teile aber auch von der Taktzeit des Gesamtprozesses.

Neben der Vier-Kammer-Version der Rundtaktreinigungsanlage sind bis hin zu Acht-Kammern alle Varianten denkbar. So können auch Prozesse, die aufgrund unterschiedlichster Reinigungs- und Spülschritte inkl. der Trocknung sieben Arbeitsstationen benötigen, realisiert werden. In diesem Fall wird die Grundfläche - um eine Teilegröße von max. 200 mm Durchmesser weiterhin garantieren zu können - mit 2,1 m2 beziffert. Im Inline-Prozess geben die vorgeschalteten Bearbeitungsschritte die Geschwindigkeit vor. Die Aduna R-Serie kann mit Taktzeiten kleiner 21 Sekunden betrieben werden. Die maßgeblich zu beachtenden Faktoren sind in diesem Zusammenhang die Sauberkeitsanforderungen an das Bauteil, welche Reinigungstechnologien eingesetzt werden und wie lange diese betrieben werden müssen. Der Bereich Energieeffizienz ist durch das Vorgehen nach dem Prinzip der Einzelteilreinigung optimal gelöst.

Durch die individuelle Bearbeitung der Bauteile ist die Abreinigung von Problemzonen laut Hersteller mühelos realisierbar. Düsenstöcke werden individuell ausgerichtet, Abstände zum Bauteil so gering als möglich gehalten. Die Leistung beispielsweise der eingesetzten Pumpen ist 1,1 kW, ohne auf einen großen Wirkungsgrad aufgrund der Nähe zum Bauteil verzichten zu müssen. Dieses Vorgehen lässt sich auch auf die Technologien Druckfluten und Ultraschall adaptieren.
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Der wichtigste Faktor war: klein muss sie sein. Ein Quadratmeter Grundfläche musste ausreichen, um die Werkstücke Hohlrad und Steg gründlich zu reinigen.

Der wichtigste Faktor war: klein muss sie sein. Ein Quadratmeter Grundfläche...

Geringe Arbeitsraumvolumina ermöglichen das Betreiben der Technologien mit geringem Energieeinsatz bei höchstem Reinigungserfolg.

Seit 15 Monaten im 2- bzw. 3-Schichtbetrieb

Seit nunmehr 15 Monaten findet die Anlage Aduna R-Serie im Getriebebau der Daimler AG ihren Einsatz. Derzeit wird mit ihr noch in einer U-Zelle produziert. Hier ist sie einer großen Durchlaufreinigungsanlage nachgeschaltet und übernimmt die Feinreinigung in Form der Entfernung von Salzen und Konservierungsmittelresten, die im vorangegangenen Prozess nicht vollständig entfernt werden können. Die Anlage reinigt im 2-, je nach Bedarf auch im 3-Schicht-Betrieb. Momentan laufen über die Aduna R-Serie zwei Bauteile auf einer Aufnahme, das Hohlrad und der Steg. Aus diesem Grund wird lediglich mit einem Programm gearbeitet obwohl der Einsatz von 99 Programmen möglich ist. Durch eine Umrüstung der Aufnahmen, welche ca. 15 Minuten in Anspruch nimmt, könnten auch weitere Teile über die Anlage gefahren werden. Bei der Entwicklung der Aufnahmen wird darauf geachtet, diese für den Einsatz so vieler Werkstücke wie möglich zu konstruieren, wodurch mehrere Werkstücke gleichzeitig die Reinigungsanlage durchlaufen können. Die beiden Bauteile Hohlrad und Steg werden nach dem Reinigungsprozess lasergeschweißt. Sollte zukünftig nach dem Schweißprozess abermals ein Reinigungsschritt notwendig werden, würde dieser ebenfalls auf der Aufnahme der Einzelteile Hohlrad und Steg durchgeführt werden können.

Die Tage des Einsatzes der Aduna R-Serie in der U-Zelle sind gezählt. Für die Zukunft ist geplant, die Anlage direkt in den Inline-Produktionsprozess nach
der spanenenden Bearbeitung zu integrieren. Die Optimierung des gesamten Produktionsprozesses hat neben den Einsparungen von Platz und Energiekosten zusätzlich den Vorteil, bisher anfallende Logistikkosten drastisch zu reduzieren sowie Materialbestände zwischen den Arbeitsschritten zu minimieren. Der Einsatz der vollautomatischen Aduna R-Serie unterstützt diese Entwicklung optimal.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist eine Rundtaktreinigungsanlage, die den derzeit anstehenden Anforderungen an Restschmutz und Energieverbrauch vollumfänglich Rechnung trägt. Die Ergebnisse der umfangreichen Testphase unterstreicht dies. Parallel zur Testphase der Aduna R-Serie entwickelte die AdunaTEC GmbH mit einem anderen Projektteam der Daimler AG, ebenfalls aus dem Bereich Getriebeentwicklung, eine weitere Reinigungsanlage, die Aduna D-Serie. Eine Durchlaufkammerreinigungsanlage, die in den kommenden Wochen in Betrieb genommen wird.
Seit nunmehr 15 Monaten findet die Anlage Aduna R-Serie im Getriebebau der Daimler AG ihren Einsatz. Derzeit wird mit ihr noch in einer U-Zelle produziert. Hier ist sie einer großen Durchlaufreinigungsanlage nachgeschaltet und übernimmt die Feinreinigung in Form der Entfernung von Salzen und Konservierungsmittelresten.
Der wichtigste Faktor war: klein muss sie sein. Ein Quadratmeter Grundfläche musste ausreichen, um die Werkstücke Hohlrad und Steg gründlich zu reinigen.


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