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HSC-Fräsen im µ-Bereich

Seit fast fünf Jahrzehnten wird bei der Gerhard Rauch Präzisionswerkzeugbau GmbH großgeschrieben. Um auch im Bereich des HSC-Fräsens höchste Präzision bieten zu können, setzt man seit 2015 auch auf ein 5-Achs-Fräsbearbeitungszentrum RXP 601 DSH von Röders, die in Österreich von der Georg Nemeth GmbH vertreten wird. Autor: Georg Schöpf / x-technik

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Die Röders RXP 601 DSH mit angeschlossenem RCE-1 Handlingsystem bietet hochpräzise Bearbeitung auch im mannlosen Betrieb.

Die Röders RXP 601 DSH mit angeschlossenem RCE-1 Handlingsystem bietet hochpräzise...

Im Jahre 1970 gründete Gerhard Rauch seinen Präzisionswerkzeugbau mit dem Hintergedanken, eine Nische zu bedienen, in die sich zum damaligen Zeitpunkt nur wenige vorwagten. Der damals ins Leben gerufene Slogan – Best mögliche Qualität zum Best möglichen Termin und zum Best möglichen Preis – gilt auch heute noch als Maxime des niederösterreichischen Vorzeigebetriebes. Kontinuierliches Wachstum hat zu einer stetigen Erweiterung des Unternehmens geführt. Ursprünglich in Wien gegründet, wurde der Hauptsitz 2012 ins ländliche Trasdorf verlegt. „Ein Umzug wurde nötig, da unsere Fertigungskapazitäten erschöpft waren und wir unseren Maschinenpark nur durch zusätzliche Betriebsflächen erweitern konnten. Heute verfügen wir am Headquarter hier in Trasdorf über 3.000 m² temperierte Produktionsfläche. Das etwa doppelt so große Betriebsareal bietet uns zusätzlich noch Erweiterungsmöglichkeiten“, erzählt Anton Buresch, Geschäftsführer des Präzisionsbetriebes. Am ursprünglichen Standort in Wien arbeiten immer noch 18 von insgesamt etwa 75 Mitarbeitern.

Immer vorne mit dabei

Innovation ist für die Niederösterreicher nicht nur in der Fertigung wichtig. Auch eine umweltschonende Betriebsstättentemperierung über Solarenergie und Wärmepumpen unterstreicht das Bestreben, technologisch ganz vorne mitzuspielen. Schon sehr früh begann man bei Rauch damit, sich im Bereich von Präge- und Stanzwerkzeugen zu etablieren und eigene Produkte für die Präge- und Verpackungsindustrie zu entwickeln. Etwa ein Viertel der Gesamtleistung
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Mit einem Schwenkbereich von +/- 115° in der A-Achse auf dem massiv ausgeführten Schwenktisch ist eine volle 5-Achs-Bearbeitung gewährleistet.

Mit einem Schwenkbereich von +/- 115° in der A-Achse auf dem massiv ausgeführten...

des Unternehmens fließt in diesen Bereich.

Resultat dieser Arbeit sind Maschinen und Werkzeuge für die Herstellung von geprägten Folien, wie man sie von Lebensmittelverpackungen wie Joghurtbechern und Ähnlichem kennt. Der Hauptteil der Fertigungskapazitäten wird für die Lohnfertigung von hochpräzisen Werkzeugen und Maschinenbauteile für die Hightech-Industrie bei Losgrößen zwischen Einzelteil und 300 Stück bereit gehalten.

Breites Bearbeitungsspektrum

„Unser Fertigungsspektrum umfasst neben Drehen, Fräsen und Schleifen auch das Senk- und Drahterodieren sowie vermutlich als einziges Unternehmen in Österreich auch das PEM-Verfahren“, beschreibt der Geschäftsführer das Leistungsspektrum des Unternehmens und ergänzt zu Recht mit etwas Stolz: „Dabei schaffen wir es, unseren Anspruch an höchste Präzision stets im Auge zu behalten. Für uns war es daher die logische Folge der Unternehmensentwicklung, auch im Bereich der 5-Achs-Bearbeitung in einen Genauigkeitsbereich von unter 0,01 mm vorzustoßen.“

Dass man sich hierzu schlussendlich für eine RXP 601 DSH der Firma Röders entschieden hat, ist sowohl auf die intensive, langjährige Zusammenarbeit mit der Georg Nemeth Werkzeugmaschinen GmbH zurückzuführen, die den deutschen Maschinenhersteller in Österreich vertritt, als auch auf das ursprüngliche Anliegen der Niederösterreicher das Thema Koordinatenschleifen auf eine Fräsmaschine zu verlagern.

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Bei der HSC-Bearbeitung von Prägestempeln für die Lebensmittelindustrie (ein Eigenprodukt der Firma Rauch) kommen Fräser mit einem Durchmesser von 0,3 mm zum Einsatz.

Bei der HSC-Bearbeitung von Prägestempeln für die Lebensmittelindustrie (ein...

Geschicktes Temperaturmanagement

„Bei einer Testbearbeitung bei der Firma Röders haben wir uns von der Leistungsfähigkeit ihrer Maschinen überzeugen können. Das beginnt bei der hohen Genauigkeit in der Mechanik der Maschine und setzt sich über das offene Steuerungssystem fort und findet seinen Höhepunkt in einer perfekt funktionierenden Spindellängenkompensation“, erinnert sich Anton Buresch. „Das wird bei diesen Maschinen über eine kontinuierliche Vermessung der Spindellänge mit daraus resultierender Kompensation realisiert. Damit ist gewährleistet, dass der Wert nicht errechnet und antizipiert wird, sondern der tatsächliche Ist-Wert zugrunde liegt“, erklärt Georg Nemeth, Geschäftsführer der Georg Nemeth Werkzeugmaschinen GmbH. „Außerdem ist das Temperaturmanagement bei Röders hervorragend gelöst. Einerseits ist die Maschine wassergekühlt, andererseits verläuft die Zu- und Abluftversorgung über jeweils einen einzigen Zugang. Das macht es erheblich einfacher, die Maschine in unser Temperaturmanagement einzubinden“, ergänzt Buresch.

Im Wesentlichen wird das neue HSC-Fräsbearbeitungszentrum für die Herstellung von Elektroden für das Erodieren, für Prägewerkzeuge und Formeinsätze in einem Genauigkeitsbereich von 5 µm eingesetzt. Als Werkstoffe kommen dabei neben Kupfer für die Elektroden sowohl gehärtete als auch ungehärtete Werkzeugstähle zum Einsatz. In jüngster Zeit wurde zusätzlich begonnen, Hartmetall zu bearbeiten.

Reichlich Platz für große Teile

Mit einem Verfahrweg von 540 x 635 x 400 mm (X/Y/Z) bietet die RXP 601 DSH auch größeren Werkstücken genügend
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Das RCE-1 Handlingsystem ist mit acht Erowa Paletten ausgestattet.

Das RCE-1 Handlingsystem ist mit acht Erowa Paletten ausgestattet.

Platz. „Leistungsstarke, verschleißfreie Linear-Direktantriebe bewegen alle Achsen präzise und zuverlässig“, weiß René Jockl-Mokricky, Verkaufsberater bei Nemeth. Der Dreh-Schwenktisch hat einen Bewegungsumfang von +/- 115 Grad in der A-Achse mit einem Aufspanndurchmesser von 500 mm. Die 15 kW starke Spindel überträgt die bis zu 36.000 U/min über eine HSK E50 Schnittstelle auf Werkzeuge mit einem Maximaldurchmesser bis 20 mm.

Bei Rauch wurde die Maschine mit einem 76 Plätze umfassenden Werkzeugmagazin ausgestattet und ein Röders RCE 1 Handlinggerät versorgt die Maschine vollautomatisiert mit Werkstücken auf einem Erowa Palettensystem. Durch die acht Palettenplätze kann die Maschine auch im mannlosen Betrieb eingesetzt werden.

Offene Röders Steuerung für individuelle Anpassung

„Ein weiterer Vorteil bei den Maschinen von Röders ist das Steuerungssystem, das auf einem Industrie-PC aufbaut. So kann das System permanent auf dem aktuellen Stand gehalten werden und es sind quasi keine Einschränkungen gegeben. Die Genauigkeitsanforderungen, wie sie seitens der Firma Rauch gegeben sind, erfordern häufig Anpassungen eben in der Steuerung. Und das ist bei Röders problemlos möglich“, hebt Nemeth hervor. So sorgt etwa die automatische Optimierung der Drehzahl für ein möglichst geringes Schwingungsverhalten in einem vom Bediener frei wählbaren Bereich für höchste Oberflächenqualitäten.

„Die
neue Steuerung hat es notwendig gemacht, dass sich die Mitarbeiter intensiv darauf einarbeiten. Das hat uns schon einige Zeit gekostet, aber der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir sind dadurch in der Lage, wirklich bei jedem Teil die erforderliche Genauigkeit zu erreichen und einzuhalten“, freut sich Buresch über diese Möglichkeit.

Starkes, eingespieltes Team

Dass die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen Rauch und Nemeth zu einer intensiven Partnerschaft geführt hat, zeigt sich allein schon darin, dass Nemeth bisher bereits bei 17 Maschinen als Lösungsanbieter fungiert hat. Darunter zahlreiche Maschinen von Sodick für die Bereiche Draht- und Senkerodieren. Eine weitere Röders RXP 501 DS mit RCE 1 Handlinggerät befindet sich bereits in Auslieferung.

„Nemeth ist für uns ein wichtiger Lösungspartner. Die Betreuung geht weit über den Verkauf hinaus. Die RXP 601 DSH haben wir jetzt seit August 2015 im Einsatz. Sollte ein Service benötigt werden, können wir uns auf eine prompte Reaktion von Nemeth verlassen. Das gilt genauso für die Sodick-Maschinen“, beschreibt Buresch abschließend die Zusammenarbeit mit Georg Nemeth. Und dieser freut sich sichtlich, damit wesentlicher Maschinenlieferant für den niederösterreichischen Vorzeigebetrieb zu sein.

Die Röders RXP 601 DSH mit angeschlossenem RCE-1 Handlingsystem bietet hochpräzise Bearbeitung auch im mannlosen Betrieb.
Mit einem Schwenkbereich von +/- 115° in der A-Achse auf dem massiv ausgeführten Schwenktisch ist eine volle 5-Achs-Bearbeitung gewährleistet.
Bei der HSC-Bearbeitung von Prägestempeln für die Lebensmittelindustrie (ein Eigenprodukt der Firma Rauch) kommen Fräser mit einem Durchmesser von 0,3 mm zum Einsatz.
Das RCE-1 Handlingsystem ist mit acht Erowa Paletten ausgestattet.
Die Erodierabteilung bei Rauch beherbergt unter anderem 16 Sodick Erodiermaschinen, die alle von der Firma Nemeth geliefert wurden.
V.l.n.r.: Georg Nemeth, Geschäftsführer Georg Nemeth Werkzeugmaschinen GmbH, Anton Buresch, Geschäftsführer Gerhard Rauch GmbH Präzisionswerkzeuge, Jürgen Linzbauer, Gruppenleiter Fräsen bei Rauch, René Jockl-Mokricky, Verkaufsberater bei Nemeth.


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HSC-Fräsmaschinen, HSC-Bearbeitungszentren

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