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Hermle mit gutem Geschäftsjahr 2016

: Hermle


Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG verzeichnete 2016 ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus: Der Konzernumsatz des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers erhöhte sich um 10,5 % auf 394,0 Mio. Euro (Vj. 356,6). Das in Deutschland erzielte Geschäftsvolumen wuchs um 8,3 % auf 160,3 Mio. Euro (Vj. 147,9) und der Auslandsumsatz um 12,0 % auf 233,7 Mio. Euro (Vj. 208,7). Dabei machten sich unter anderem Großprojekte und die Erholung der Märkte in Südeuropa positiv bemerkbar. Auch waren Produktneuheiten wie das kompakte Bearbeitungszentrum C 250 aus der Performance-Line von Hermle sehr gefragt. Die Exportquote vergrößerte sich konzernweit leicht von 58,5 % auf 59,3 %.

Das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) des Hermle-Konzerns stieg im Berichtsjahr von 80,4 Mio. Euro auf 99,8 Mio. Euro. Die Basis dafür bildeten das Umsatzwachstum, die starke Kapazitätsauslastung und die hohe Effizienz der Prozesse bei Hermle. Das Vorjahres-EBIT hatte zudem einmalige negative Sondereffekte aus Wechselkursänderungen enthalten. Inklusive des Finanzergebnisses erhöhte sich das Ergebnis vor Steuern von 80,6 Mio. Euro auf 100,3 Mio. Euro. Daraus errechnet sich eine Brutto-Umsatzmarge von 25,4 % (Vj. 22,6). Der Konzernüberschuss legte von 59,2 Mio. Euro auf 73,8 Mio. Euro zu.

Vor dem Hintergrund des guten Geschäftsverlaufs werden Vorstand und Aufsichtsrat der ordentlichen Hauptversammlung am 5. Juli 2017 vorschlagen, die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 zu steigern: Geplant ist eine unveränderte Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie zuzüglich eines auf 12,00 Euro erhöhten Bonus (Vj. 10,00) je Aktie. Damit würde die Dividende je Vorzugsaktie auf 12,85 Euro zunehmen (Vj. 10,85).

Durch die starke Ertragssituation wurde auch die solide Finanz- und Vermögenslage von Hermle weiter untermauert: Konzernweit legte der operative Cashflow im Berichtsjahr von 65,4 Mio. Euro auf 80,8 Mio. Euro zu und die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 72,8 % auf 74,3 %.

Die Investitionen des Hermle-Konzerns wurden 2016 kräftig von 7,1 Mio. Euro auf 16,4 Mio. Euro ausgeweitet. Ursächlich dafür waren zwei Großprojekte zur Schaffung ausreichender Kapazitäten für künftiges Wachstum. Zum einen begann Hermle im zweiten Halbjahr 2016 mit der Modernisierung und Erweiterung des Bereichs spanende Fertigung am Firmensitz in Gosheim. Dort wird eine bestehende Halle überbaut und bei laufendem Betrieb bis Sommer 2017 mit modernsten technischen Anlagen ausgestattet. Zum anderen erwarb das Unternehmen im Mai 2016 im Nachbarlandkreis Rottweil ein Grundstück in einem reinen Industriegebiet. Zunächst wird auf der neuen Fläche eine eigene Produktion für Maschinengrundgestelle errichtet. Baubeginn
war im September 2016, die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2017 geplant. Darüber hinaus besteht ausreichend Platz für zusätzliche Aktivitäten. Damit dient das Grundstück der Ergänzung und Zukunftssicherung des Standorts Gosheim, der räumlichen und baulichen Einschränkungen unterliegt.

Am 31. Dezember 2016 beschäftigte Hermle konzernweit 1.018 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 41 Personen mehr als am Vorjahresende (Vj. 977). Der Zuwachs betraf etwa zur Hälfte den gewerblichen Bereich. Dort wurden unter anderem viele Auszubildende mit erfolgreichem Abschluss übernommen und die freigewordenen Lehrstellen neu besetzt. Am Stichtag erlernten insgesamt 95 junge Menschen (Vj. 96) einen zukunftsorientierten Beruf bei Hermle, das entsprach gemessen an der Belegschaft der Muttergesellschaft Hermle AG einer weiterhin hohen Ausbildungsquote von 10,7 % (Vj. 11,3). Darüber hinaus gab es vor allem im Bereich generative Fertigung sowie im Service Neueinstellungen.

Die hohe Leistungsbereitschaft und das fundierte Know-how der Belegschaft sind ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens. Deshalb sollen die Beschäftigten der Hermle AG im Anschluss an die Dividendenausschüttung wieder eine Prämie in Höhe von 70 % eines Monatsgehalts sowie einen festen Einmalbetrag erhalten.

Der Auftragseingang des Hermle-Konzerns nahm 2016 um 1,0 % auf 364,5 Mio. Euro zu (Vj. 360,7). Dabei erhöhten sich die neuen Bestellungen im Inland um 0,6 % auf 156,8 Mio. Euro (Vj. 155,8) und aus dem Ausland um 1,4 % auf 207,7 Mio. Euro (Vj. 204,9). Im vierten Quartal hat sich die Nachfrage erwartungsgemäß beruhigt. Am Stichtag 31. Dezember 2016 lag der Auftragsbestand mit 93,8 Mio. Euro um 23,9 % unter dem Vorjahresvergleichswert (Vj. 123,2).

Aufgrund des geringeren Orderbestands und zahlreicher konjunktureller Unsicherheiten rechnet Hermle 2017 mit einer Normalisierung des Geschäfts, aber einem nach wie vor ordentlichen Verlauf. Unwägbarkeiten resultieren
unter anderem aus den nicht absehbaren Auswirkungen des Brexit-Votums und dem unklaren künftigen Kurs der neuen US-Regierung. Auch die weiterhin angespannte Finanzlage einiger südeuropäischer Staaten, die zunehmenden politischen Differenzen innerhalb der EU sowie die Folgen des Diesel-Abgasskandals bergen Risiken. Hinzu kommen wachsende Handelshemmnisse bei Exporten in Staaten wie China, Russland und die Türkei.

Der derzeit erkennbare Trend verläuft besser als Ende des Jahres eingeschätzt, als der Verlauf leicht rückläufig geplant worden war. Hermle wird diese positive Entwicklung verfolgen und die Planung gegebenenfalls nach oben anpassen. Das Unternehmen verweist aber auch auf die teilweise brisante weltweite Lage, die den aktuell positiven Trend jederzeit gravierend beeinflussen kann. Auch hierfür ist Hermle dank des Konzepts des atmenden Unternehmens, hochflexibler Strukturen und der sehr soliden Finanz- und Vermögenssituation gut vorbereitet. Dies ermöglicht auch antizyklische Investitionen. So kann sich Hermle mit den beiden Großprojekten zur Kapazitätserweiterung, die 2017 abgeschlossen werden, bereits heute langfristige Entwicklungsmöglichkeiten sichern.

Der komplette Jahresabschluss kann unter www.hermle.de/finanzberichte abgerufen werden.

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