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Herausforderungen für die moderne industrielle Fertigung

: W&H


Mit einer stückgenauen Produktion des täglichen Kundenbedarfs setzt das Familienunternehmen W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH seit vielen Jahren Standards in der modernen industriellen Fertigung im Bereich Zahnarztpraxen, Zahnkliniken, Dentallabors sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Steigender Kostendruck, Variantenvielfalt und erhöhte Qualitätsanforderungen sind heute entscheidende Themen, die das Unternehmen am Dentalmarkt vor neue Herausforderungen stellen – so der Autor Roman Gratzer von der W&H Betriebsleitung.

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Um die Effizienz in der Fertigung zu erhöhen, setzt W&H auf kürzeste Rüstzeiten seiner modernen CNC-Bearbeitungszentren. Mit Hilfe gezielter Kaizen-Maßnahmen gelingt es dem Unternehmen, diese auf ein Minimum zu reduzieren.

Um die Effizienz in der Fertigung zu erhöhen, setzt W&H auf kürzeste Rüstzeiten...

Mit rund 1.000 Mitarbeitern weltweit und 19 Tochterunternehmen sind wir als führender Hersteller am Dentalsektor bestens bekannt. Die Fertigung zahnärztlicher Präzisionsinstrumente wie Turbinen, Hand- und Winkelstücke zählt seit vielen Jahren zu unseren Kernkompetenzen. Als Produktionsbetrieb in Mitteleuropa ist unser Unternehmen heute einem verstärkten Kostendruck ausgesetzt. Während die Lohnkosten nach Angaben der WKO pro Arbeitsstunde in Deutschland und Österreich bei ca. EUR 33,- liegen, bewegen sich diese in Osteuropa bei rund EUR 3,50. In China und Indien sind die Lohnkosten sogar noch deutlich niedriger. Weitere Wettbewerbsnachteile ergeben sich durch die hohen Arbeits- und Sicherheitsstandards sowie die hohen Umweltauflagen.

Eine zusätzliche Herausforderung bedeuten die steigenden Energiepreise – diese treiben die Produktionskosten weiter in die Höhe. Mittlerweile sind Europas Energiepreise deutlich höher als in den USA oder in China. Neben einer verschärften Kostensituation stehen wir aber auch vor der Herausforderung, uns den veränderten Marktbedürfnissen und Kundenanforderungen anzupassen.

Veränderte Marktbedürfnisse im Fokus

Aufgrund der weltweit steigenden Hygieneanforderungen im Dentalbereich sind wir gefordert, immer bessere Hochleistungswerkstoffe, die in der Verarbeitung deutlich aufwändiger sind, einzusetzen. In Verbindung mit der fortschreitenden Produktminiaturisierung steigt zudem die Komplexität unserer Teile und Komponenten.

Seit vielen Jahren beobachten wir einen deutlichen Trend zur Individualisierung der Produkte. Während Produktivität früher noch mit der Fertigung großer Losgrößen
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Eine Antwort auf den steigenden Kostendruck in Europa stellen u. a. modernste automatisierte Fertigungsverfahren dar. Im Bild Roman Gratzer, W&H Betriebsleitung, bei einem vollautomatisierten Roboter-Handlingsystem.

Eine Antwort auf den steigenden Kostendruck in Europa stellen u. a. modernste...

in Verbindung gebracht wurde, stehen wir heute vor der Aufgabe, täglich kleine Produktionsmengen vielfältigster Produktvarianten herzustellen. Die verkaufte Menge pro Produkttyp nimmt aktuell ab. Moderne Industriebetriebe sind hier gefordert, völlig neuartige logistische Strukturen zu implementieren, um mit den veränderten Marktanforderungen Schritt zu halten. Angesichts des steigenden technologischen Wettbewerbs kommt es zu einer erheblichen Verkürzung der Innovationszyklen. Während bis vor wenigen Jahren im Dentalbereich ein Generationswechsel bei Produkten alle 8 – 10 Jahre Standard war, liegt dieser Wert heute bei 4 – 6 Jahren.

Mit modernsten Prozessen einen Schritt voraus

Die Herausforderungen in der Produktion liegen für uns darin, geeignete Fertigungsprozesse sowie eine effiziente Produktionslogistik zu entwickeln. Die Lösung dazu sehen wir bei W&H in einer möglichst eingriffsfreien, automatisierten Logistik mit sehr kurzen Bestell- und Lieferintervallen. Um dies umsetzen zu können, ist der zeitliche Aufwand – und damit die Kosten für das Umrüsten unserer komplexen CNC-Maschinen – auf ein Minimum zu reduzieren. Da wir in unserer Fertigung auf eine Komplettbearbeitung setzen, gehört das manuelle Umspannen von Teilen der Vergangenheit an. Eine Zweitbearbeitung oder Handbearbeitung wird nach Möglichkeit vermieden. Damit gelingt es uns, nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch unsere Produktqualität bei gleichzeitiger Kostensenkung zu steigern.

Höchste Fertigungskompetenz durch qualifizierte Fachkräfte

Um eine konstante Produktqualität zu gewährleisten, legen wir bei W&H einen besonderen Fokus auf qualifizierte Mitarbeiter. Bedingt durch die wachsenden Herausforderungen in der Fertigung und Logistik verändern sich auch die Anforderungen an das Qualifikationsprofil unserer Belegschaft.

Aufgrund der zunehmenden Komplexität unserer CNC-Maschinen, des stetig wachsenden Programmieraufwandes sowie des Einsatzes vielfältiger Werkzeuge und Sonderwerkzeuge steht die umfassende Aus- und Weiterbildung unserer Fachkräfte im Mittelpunkt. Dank eines fundierten internen Ausbildungssystems für Lehrlinge und Jungfacharbeiter wird bei W&H bereits früh der Grundstein für spezialisierte Fachkräfte in der industriellen Fertigung gelegt. Bis zu 8 % unserer Belegschaft am Stammsitz Bürmoos befinden sich in der Facharbeiterausbildung. Durch die kontinuierliche Ausbildung und Förderung von Fachkräften im Unternehmen gelingt es uns, modernste zahnmedizinische Instrumente und Geräte bereitzustellen, die den strengen internationalen Anforderungen der modernen Zahnmedizin bestens gerecht werden.

Durch hochqualifizierte Mitarbeiter und die neuen Fertigungs- und Logistikprozesse gelingt es uns, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und damit den Produktionsstandort in Mitteleuropa abzusichern.

Um die Effizienz in der Fertigung zu erhöhen, setzt W&H auf kürzeste Rüstzeiten seiner modernen CNC-Bearbeitungszentren. Mit Hilfe gezielter Kaizen-Maßnahmen gelingt es dem Unternehmen, diese auf ein Minimum zu reduzieren.
Eine Antwort auf den steigenden Kostendruck in Europa stellen u. a. modernste automatisierte Fertigungsverfahren dar. Im Bild Roman Gratzer, W&H Betriebsleitung, bei einem vollautomatisierten Roboter-Handlingsystem.
Durch die fortschreitende Produktminiaturisierung im Bereich der Dentaltechnik sind präzise Kleinstbauteile gefordert. Die Komplexität der einzelnen Komponenten steigt dadurch erheblich.
DI Roman Gratzer, Mitglied der Betriebsleitung der W&H Dentalwerk Bürmoos GmbH.


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