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Das Projekt im Fokus

: Walter


Als Komponentenlieferant ist die ZF Steyr Präzisionstechnik GmbH weltweitem Vergleich ausgesetzt. Da sind neben einer schlanken Struktur optimierte Lieferanten-Beziehungen wesentliche Erfolgsfaktoren. Bei Zerspanungs-Projekten arbeiten die Steyrer eng mit dem Werkzeugspezialisten WALTER zusammen.

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Speziell bei der Innenbearbeitung neigen Werkzeuge bei langen Auskragungen zu Vibrationen. Da hat WALTER gerade in der Gusszerspanung mit den Tigertec-Platten einen Maßstab gesetzt. Das wirkt sich bei dem Werkstoff GG25 äußerst positiv aus.

Speziell bei der Innenbearbeitung neigen Werkzeuge bei langen Auskragungen zu...

Seit rund zweieinhalb Jahren ist die ZF Steyr Präzisionstechnik GmbH & Co KG (ZF) als Komponenten-Lieferant im ZF Konzern tätig. Die aus der Steyr Antriebstechnik (ehemals Steyr Daimler Puch AG) entstandene Firma wurde im Jahr 2000 in den ZF Konzern integriert und gilt nach der Verlagerung der Montage ins Werk 2 nach Passau als Zulieferer für anspruchsvolle Getriebeteile wie Zahnräder, Hohlräder, Wellen, Planetenträger oder Gehäuse.

Aber auch als Produzent von Landmaschinengetrieben ist ZF Steyr weiterhin tätig. Zahlreiche namhafte Hersteller, darunter John Deer, Lindner, CNH (Case New Holland), Renault oder Same setzen auf bayrische und oberösterreichische Qualitätsgetriebe.

Rasches Wachstum

700 verschiedene Komponenten, rund 1.000.000 Teile im Jahr werden in Fertigungszellen mit bis zu fünf verschieden Maschinen in Steyr hergestellt. Einfache und effiziente Steuerung der Gruppen im Kanban-System mit individueller Rohteilbeschaffung gewährleisten höchste Flexibilität. 3x/Tag wird in das ZF Werk2 nach Passau geliefert, so kommt man ganz ohne Lager aus.

Optimierte Strukturen und eine hochqualitative Fertigung sorgen für ein sehr rasches Wachstum. Die prognostizierten 46 Mio. Euro für das Jahr 2006 übertraf man mit erwirtschafteten 65 Mio. Euro um eindrucksvolle 40 Prozent. 2007 peilen die rund 320 Mitarbeiter (280
in der Fertigung) bereits 80 Mio. Euro an. Bei solch guten Wachstumszahlen versteht sich die Investitionsfreude der Steyrer von selbst. Wurden 2006 noch um 6 Mio. Euro neues Equipment angeschafft erhöht sich dies im Jahr 2007 auf rund 10 Mio. Euro. Dabei investierte ZF unter anderem in 11 Bearbeitungszentren, davon neun Hüller Hille.

Projektarbeit: Schnell und flexibel

Im Jahr 2000 investierte die damalige Steyr Daimler Puch AG in ein MAKINO Bearbeitungszentrum. Als Werkzeugpartner suchte man einen Komplettanbieter mit entsprechendem Preis/Leistungsverhältnis. Das anschließende Auswahlverfahren hat zwischen drei möglichen Lieferanten die Firma WALTER als optimalen Partner ergeben. Dass der Werkzeugpartner Konzernlieferant sein musste und alle nötigen Werkzeuge liefern konnte war ohnehin Voraussetzung. Jedoch haben das Preis-/Leistungsverhältnis, rasche Liefertermine und die gute Betreuung den Ausschlag für WALTER gegeben.

Auch bei weiteren Projekten musste ZF in neue Komplettwerkzeuge — von der Werkzeugaufnahme bis zur Schneide — investieren. Um die Werkzeugschnittstellen in den Griff zu bekommen, blieb man der Firma WALTER treu. Seit damals lieferte der Werkzeugspezialist bereits über 600 verschiedene Komplettwerkzeuge.

Anspruch: Höchste Qualität

Erhält ZF die Anfrage für neue Komponenten oder einen Prototyp, geht die Zeichnung zuerst einmal zu WALTER, wo sich ein eigener „ZF“-Projektingenieur der Auslegung der Werkzeuge und Bearbeitungsstrategien annimmt. Dieser versucht so gut wie möglich bestehende Werkzeuge zu integrieren. Zusätzlich werden Sonderwerkzeuge konstruiert und falls nötig neue Standardwerkzeuge verwendet.
„Diese Ausarbeitungen sind so gut, dass wir intern in der Betriebsmittelkonstruktion
und NC-Programmierung nur mehr einen halben Tag benötigten“, zeigt sich Otmar Schlachter, Prokurist und Leitung Fertigungsprozess/Werkzeugmanagement/Investplanung mit der Abwicklung der Projekte sehr zufrieden. Von der Anfrage bis zum Einsatz der Werkzeuge vergehen zirka 6 bis 8 Wochen — ein Wert, der laut Otmar Schlachter seinesgleichen sucht.

Die Zusammenarbeit der beiden Partner ist so weit ausgereift, dass es bereits in der Projekt-Planungsphase Besprechungen gibt, damit es unterer anderem in der Sonderwerkzeugfertigung bei WALTER zu keinen Engpässen kommen kann. „Man muss natürlich in der Projektarbeit sehr viel lernen und Prozesse nach und nach optimieren. Wir sind heute auf einem Stand, der beide Seiten sehr zufrieden stellt“, so der zuständige Key Account Betreuer Alfred Robar von der österreichischen Niederlassung Montanwerke WALTER GmbH.

Nur 14 Tage für ein Getriebegehäuse

ZF fertigt sowohl Komponenten für Automatikgetriebe, stellt aber auch Landmaschinengetriebe zur Gänze her. Einen wichtigen Bestandteil der Fertigung stellen daher Getriebegehäuse dar. In einem Zeitraum von zirka zwei Jahren reift ein Getriebe-Projekt vom Prototyp über eine Vorserie bis zum getesteten und lieferbaren Automatikgetriebe. Umso wichtiger ist hier die richtige Auswahl der Bearbeitungsstrategien und Werkzeuge.

Im März 2007 wurde für die Bearbeitung eines dieser Gehäuse eine Hüller Hille nbh 320 angeschafft, die innerhalb von 14 Tagen den Teil prozesssicher fertigen musste. In so einer Sondersituation kann man sich auf keine Experimente einlassen. Werkzeuge und Strategien müssen auf Anhieb passen. Nötige Sonderwerkzeuge wurden zum Teil über Nacht in Wien gefertigt. „In Seibring bei Wien können wir Werkzeuge bis zu einem Durchmesser von 350 mm herstellen, der Rest wird bei WALTER in Tübingen/D gefertigt“, so Alfred Robar. „Ein Ziel ist es Sonderwerkzeuge mit möglichst vielen
Bearbeitungen auszustatten. Speziell bei der Innenbearbeitung neigen viele Schneiden bei langen Auskragungen zu Vibrationen. Da hat WALTER gerade in der Gusszerspanung mit den Tigertec-Platten einen Maßstab gesetzt. Das wirkt sich bei dem Werkstoff GG25 äußerst positiv aus.“ Für Schlichtoperationen kommt zu 90 Prozent CBN zum Einsatz. Der Schneidstoff ist zwar anfällig aber nötig, um die geforderte Oberflächengüte zu erreichen.

„Die Nähe zum Werkzeuglieferanten hat sich in vielen Situationen als äußerst positiv herausgestellt. Die nötige Flexibilität und die Möglichkeit, Projekte in so kurzer Zeit abwickeln zu können, spricht für Montanwerke WALTER“, so Otmar Schlachter.

Projekte im Fokus

Regelmäßig werden in Workshops gegenwärtige und zukünftige Projekte in einem Team, bestehend aus Technikern von ZF, WALTER und Hüller Hille, analysiert. Einerseits um konstruktive Fehler bereits im Vorfeld zu vermeiden, anderseits Prozesse weiter zu optimieren und damit noch wirtschaftlicher fertigen zu können.

Resümierend meint Otmar Schlachter: „An der Schneide können sich auch andere bewähren. Wir führen auch laufend Versuche mit anderen Werkzeugherstellern durch. Doch was das Projektgeschäft betrifft, haben wir mit der Montanwerke WALTER GmbH eine äußerst flexiblen und zuverlässigen Partner gefunden.“


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